Carloforte – Porto di Carloforte
Liegeplätze und Inselversorgung im Hafen von Carloforte
Der Hafen von Carloforte besitzt mehrere Marina-Bereiche und Fährkais. Der hier relevante Betreiber Marinatour nennt 250 Liegeplätze für Boote bis 40 Meter und ist ganzjährig geöffnet; im Winter gelten reduzierte Bürotage. Andere Kais im selben Hafen haben eigene Zuständigkeiten. Platz, Maße und Tiefgang sind über UKW-Kanal 09 verbindlich zu bestätigen.
Wasser und Strom stehen an den Marinatour-Liegeplätzen bereit. Der Sanitär-Bereich umfasst Toiletten; Duschen und ihre Zugangszeiten sind bei der Reservierung ausdrücklich zu bestätigen. Getrennte Abfallsammlung, Clubhaus, Bar und Bootsvermietung gehören zum Angebot. Weitere Versorgung liegt im direkt anschließenden Ort.
Eine Tankstelle befindet sich im Hafenbereich, wird in der aktuellen Marinatour-Kurzbeschreibung jedoch nicht als Bestandteil der eigenen Liegeplatzleistung ausgewiesen. Standort, Kraftstoffsorten und Öffnungszeiten müssen deshalb vorab geklärt werden. Pumpen für Schwarz-, Grau- oder Bilgenwasser sowie Altölannahme werden nicht eindeutig genannt und sind anzumelden.
Technische Betriebe existieren im Hafen, doch der Betreiber veröffentlicht in der aktuellen Tourismusseite keine verbindliche maximale Traglast für Kran oder Travelift. Heben, Reparaturen und Landlager benötigen einen gesonderten Auftrag mit Termin, Maßen, Gewicht und Hebepunkten. Fähren nach Portovesme und Calasetta nutzen eigene Bereiche und dürfen beim Manövrieren nicht behindert werden.
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Carloforte: Tabarkiner, Korallenfischer und Thunfischkultur
Ligurer kamen über die Insel Tabarka
Carloforte wurde 1738 von Familien gegründet, deren Vorfahren aus Pegli bei Genua stammten. Seit dem 16. Jahrhundert hatten sie auf der tunesischen Insel Tabarka Korallen gefischt. Als sich ihre Lage dort verschlechterte, siedelte König Carlo Emanuele III. einen Teil auf San Pietro an.
Der Ortsname ehrt den König. Die Bevölkerung bewahrte eine ligurische Sprache, das Tabarchino, sowie eigene Koch- und Festtraditionen. Carloforte ist dadurch eine sprachliche Enklave innerhalb Sardiniens.
Koralle und Thunfisch bestimmten maritime Arbeit
Die ersten Siedler brachten Kenntnisse der Korallenfischerei mit. Später wurde die stationäre Thunfischerei besonders wichtig. In der Tonnara wurden wandernde Thunfische durch ein System verankerter Netzkammern geleitet.
Die jährliche Girotonno-Veranstaltung greift diese Geschichte kulinarisch auf. Sie ersetzt jedoch nicht die harte Arbeitswelt der historischen Tonnara, deren Gebäude und Geräte die industrielle Organisation des Fischfangs dokumentieren.
Die Insel bewahrt eine markante Westküste
San Pietro ist vulkanischen Ursprungs. An der Westseite fällt Capo Sandalo steil zum Meer ab; sein Leuchtturm markiert den westlichsten Punkt Italiens nach der geografischen Definition der Inselküste. Die Felssäulen Le Colonne sind ein Wahrzeichen des Südens.
Sturm, Salz und Erosion verändern diese Formationen laufend. Im Landesinneren und an den Klippen leben unter anderem Eleonorenfalken. Hafenstadt, Tonnara und Naturküste liegen auf einer kleinen Insel, spiegeln aber sehr verschiedene Nutzungen des Meeres.