Pirovac – Marina Pirovac
Liegeplätze und Versorgung der Marina Pirovac
Die Marina Pirovac liegt am Ortseingang von Pirovac in der tief eingeschnittenen gleichnamigen Bucht. Sie nahm 2017 den Betrieb auf und bietet 200 Wasserliegeplätze. Die Steganlage besteht aus zwei Wellenbrechern, drei Schwimmstegen und einer langen Kaimauer. Die Preisliste reicht bis 22,99 Meter Bootslänge; größere Einheiten werden nicht als reguläre Tarifkategorie geführt.
An allen Liegeplätzen stehen Wasser und Strom mit 16 bis 32 Ampere zur Verfügung. Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen gehören zum Liegeplatzangebot, ebenso kostenloses WLAN. Bei Jahresverträgen sind der übliche Verbrauch, ein Parkplatz und fünf Tage Aufenthalt an Land für den jährlichen Service enthalten; bei Booten über 17 Meter werden Wasser und Strom separat berechnet.
Ein Travellift mit 30 Tonnen Tragfähigkeit übernimmt Heben, Bewegen und Zuwasserlassen. Die Marina verfügt über eine Arbeits- beziehungsweise Trockenfläche und bietet Reparatur, Reinigung, Taucherhilfe und einen autorisierten Volvo-Penta-Service. Gewicht, Breite und Arbeitstermin müssen vor dem Kranen bestätigt werden.
Zur Infrastruktur gehören Rezeption, rund 100 Parkplätze, Supermarkt, Automaten für Getränke und Snacks sowie Charterbetriebe. Technische Unterstützung wird rund um die Uhr beworben; die regulären Öffnungszeiten von Büro und einzelnen Servicebetrieben können davon abweichen.
Eine Tankstelle für Boote führt die Marina nicht in ihrer aktuellen offiziellen Ausstattungsliste. Eine Straßentankstelle im Ort ist nicht automatisch vom Wasser erreichbar. Die nächste geeignete Bootstankstelle, ihre Zufahrt, Öffnungszeiten und verfügbaren Kraftstoffsorten sollten deshalb vor der Anreise geklärt werden.
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Pirovac hinter Mauern und unter wechselnden Namen
Ein befestigter Ort am Ende der Bucht
Der älteste Kern von Pirovac lag auf einer kleinen, einst vom Festland abgesetzten Fläche. Mauern schützten die Siedlung besonders zur Landseite. Der Zugang führte durch das steinerne Dorftor; im 16. und 17. Jahrhundert besaß es eine Zugbrücke, die nachts hochgezogen wurde. Teile der nördlichen Befestigung und das Tor lassen die ursprüngliche Abgrenzung noch erkennen.
Das Tor war nicht nur Verteidigungsbau. Vor und unter ihm trafen sich Bewohner, tauschten Nachrichten aus und regelten Angelegenheiten des Dorfes. Dadurch blieb es als sozialer Mittelpunkt ebenso bedeutsam wie als bauliches Denkmal.
Von Zloselo zu Pirovac
Über Jahrhunderte trug der Ort den auffälligen Namen Zloselo. Lokale Überlieferungen verbinden ihn mit dem Widerstand gegen osmanische Angriffe; historisch eindeutig ist die Herkunft des Namens nicht. 1930 wurde die Siedlung offiziell in Pirovac umbenannt. Gleichzeitig enthüllte man am Dorftor eine Tafel und ein pyramidenförmiges Denkmal zum tausendjährigen Jubiläum der Krönung König Tomislavs.
Die Familie Draganić-Vrančić
Die Adelsfamilie Draganić, ein Zweig der Šubić, besaß Pirovac als Landgut. Ihr Palast am heutigen Rudina-Platz stammt im Kern aus dem 15. oder 16. Jahrhundert und wurde später mit neorenaissancezeitlichen und maurischen Elementen umgestaltet. Im 18. Jahrhundert verband sich der Familienname mit den Vrančić, den Nachkommen des Erfinders und Gelehrten Faust Vrančić.
Am Eingang der Bucht liegt das felsige Inselchen Mojster. Dort bestand seit 1511 ein Franziskanerkloster, in dem Theologie, Philosophie und Sprachen gelehrt sowie Handschriften kopiert wurden. Zerstörungen ließen nur Reste zurück. Zusammen mit dem Palast, den Mauern und der Kirche des heiligen Georg zeigt die Ruine, dass die kleine Bucht über lange Zeit in größere adlige und kirchliche Netzwerke eingebunden war.