Biograd – Marina Kornati
Liegeplätze und Versorgung der Marina Kornati
Die Marina Kornati liegt am nördlichen Rand des Zentrums von Biograd na Moru. Der aktuelle Betreiberstand unterscheidet 635 Wasserliegeplätze an 15 Stegen und 70 Plätze an Land. Die drei Hafenbecken umfassen den zentralen Bereich mit 435 Plätzen, den westlichen mit 190 und den südlichen mit 80. Als Grenzwerte nennt der Betreiber Boote bis 25 Meter Länge und ungefähr sechs Meter Tiefgang.
Die Stege sind mit Wasser und Strom ausgestattet. Verfügbar sind Anschlüsse mit 16 und 32 Ampere sowie dreiphasige Anschlüsse bis 63 Ampere; die Versorgungssäulen stehen in Abständen von etwa 19 Metern. Der übliche Verbrauch von Wasser und Strom ist im Liegeplatzpreis enthalten. Alle drei Hafenbereiche besitzen Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen, darunter barrierefrei zugängliche Einrichtungen.
Im Servicebereich arbeiten Werkstätten für Mechanik, Elektrik, Bootsreparaturen und Drehbankarbeiten. Für das Aus- und Einwassern stehen ein Kran mit zehn Tonnen Tragfähigkeit und ein Travellift für bis zu 50 Tonnen bereit. Die 70 Trockenliegeplätze liegen ebenfalls in diesem Bereich. Umfang und Termin technischer Arbeiten müssen mit dem Service abgestimmt werden.
Zur weiteren Ausstattung gehören Rezeption, bewachte Stege, Videoüberwachung, kostenloses WLAN und Parkplätze für annähernd 700 Fahrzeuge. Direkt an der Marina befinden sich Supermarkt und Restaurant; außerdem werden Wäscherei, Geldautomat, Fahrrad- und Autovermietung sowie ein Geschäft für nautischen Bedarf genannt.
Die Tankstelle für Boote liegt unmittelbar vor der Marina. Sie ist damit gut erreichbar, gehört räumlich aber nicht zu den Liegeplatzstegen. Öffnungszeiten, mögliche Wartezeiten und die angebotenen Kraftstoffsorten sollten vor einem fest terminierten Tankstopp geprüft werden.
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Biograd zwischen Königssitz und Schiffswrack
Eine Königsstadt des 11. Jahrhunderts
Biograd wird Mitte des 10. Jahrhunderts im Werk De administrando imperio des byzantinischen Kaisers Konstantin VII. erwähnt. Im 11. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zum politischen Zentrum des kroatischen Königreichs. Unter Petar Krešimir IV. entstanden ein Bischofssitz, eine Kathedrale und die Benediktinerklöster des heiligen Johannes und der heiligen Thomas. Wahrscheinlich gab es auch einen Königshof.
1102 wurde der ungarische König Koloman in Biograd zum König von Kroatien gekrönt. Die mittelalterliche Stadt überstand ihre politische Blüte nicht: Venezianische Truppen zerstörten sie 1125. Erhaltene Baureste und archäologische Funde lassen dennoch erkennen, warum Biograd in historischen Quellen unter Namen wie Alba Civitas oder Alba Maritima als königliche Stadt erscheint.
Die Ladung des Wracks von Gnalić
Im Heimatmuseum an der Uferpromenade befindet sich eine ungewöhnliche Sammlung aus einem venezianischen Handelsschiff. Das Schiff sank 1583 nahe der kleinen Insel Gnalić im Pašman-Kanal und blieb fast vier Jahrhunderte auf dem Meeresboden. Fischer aus Murter entdeckten das Wrack 1967; anschließende Unterwassergrabungen bargen mehr als 10.000 Gegenstände.
Zur Ladung gehörten Glaswaren, Keramik, Textilien und andere Handelsgüter für Häfen des Mittelmeerraums. Auch Teile der Schiffsausrüstung wurden gefunden, darunter große Anker, neun Bronzekanonen, Geschosse sowie Geschirr aus Kupfer und Zinn. Die geschlossene Fundgruppe zeigt nicht nur ein einzelnes Schiffsunglück, sondern gibt einen seltenen Einblick in Warenverkehr, Alltag und Ausrüstung der späten Renaissance.
Das Museum auf der alten Stadtmauer
Das Museumsgebäude wurde im späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert auf den Ruinen der mittelalterlichen Befestigung errichtet. Ab 1876 diente es lange als Bezirksgericht. Heute verbindet es die archäologische, historische und ethnografische Sammlung Biograds mit den Funden von Gnalić und macht damit zwei sehr unterschiedliche Epochen der Hafenstadt an einem Ort sichtbar.