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Tivat – Porto Montenegro

Liegeplätze und Infrastruktur von Porto Montenegro

Porto Montenegro liegt im Zentrum von Tivat auf dem Gelände des früheren Marinearsenals. Die aktuellen Betreiberseiten nennen mehr als 500 beziehungsweise 580 Liegeplätze, während die Detail-FAQ 481 Plätze ausweist. Verbindlich ist daher nicht eine einzelne Gesamtzahl, sondern die bestätigte Reservierung. Die Liegeplätze reichen für Yachten von sechs bis 250 Meter Länge; die Einweisung erfolgt durch den rund um die Uhr verfügbaren Stegdienst auf UKW-Kanal 71.

Jeder Liegeplatz besitzt Wasser und Strom. Je nach Platz stehen Anschlüsse von 16 bis 1.000 Ampere zur Verfügung; Verbrauch wird einzeln gemessen. Für Plätze über 15 Meter nennt der Betreiber Glasfaserinternet sowie Grau- und Schwarzwasserabsaugung. Die Sanitär-Infrastruktur umfasst eigene Toiletten und Duschen für Gäste und Crews, ergänzt durch Wäscherei, WLAN, Concierge, bewachte Zugänge und 24-Stunden-Yachtassistenz.

Die Tankstelle liefert Kraftstoff direkt am Wasser. Steuer- und zollbegünstigter Kraftstoff ist nach Betreiberangabe wieder verfügbar; die dafür geltenden Ausklarierungs-, Mengen- und Bestellregeln müssen vor dem Bunkern abgestimmt werden. Größere Lieferungen sind im Voraus anzumelden. Porto Montenegro ist offizieller Einreisehafen mit Zoll und Grenzbehörden vor Ort.

In der Marina arbeiten technische Dienstleister, Ausrüster und Agenturen; ein Chandlery und Lagerangebote sind vorhanden. Umfangreiche Refit- und Auskranarbeiten werden über Adriatic 42 abgewickelt. Dessen Werft mit 720-Tonnen-Travellift, Schwimmdock, Werkhallen und Hartstand liegt jedoch in Bijela auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht und nicht am Liegeplatz in Tivat. Transport, Termin und technische Grenzen sind gesondert zu planen.

Hinter den Stegen liegt ein vollständig entwickeltes Marinaquartier mit Supermarkt, Restaurants, Geschäften, Hotel, Crew Club, Sportanlagen, Parkmöglichkeiten und medizinischen beziehungsweise persönlichen Dienstleistungen. Trotz der großen Kapazität bleibt der Hafen betrieblich komplex: Großyachten, Charterboote und kleinere Einheiten teilen sich Zufahrt und Manöverraum. Die flachen Bereiche nahe Jetty 4 sind entsprechend der aktuellen Einweisung zu meiden.

Bitte kontaktieren Sie uns wenn Sie Fragen hinsichtlich der Verfügbarkeit haben!

Anreise und Einkaufen

Ansicht von Tivat – Porto Montenegro
Ansicht von Tivat – Porto Montenegro. Foto: Zoran Kurelić Rabko / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Tivat: vom Marinearsenal zur Großyachtmarina

Das Arsenal prägte Tivat mehr als ein Jahrhundert

Die österreichisch-ungarische Marine begann 1888 mit dem Erwerb von Flächen in Tivat; 1889 stellte die Gemeinde weiteres Land zwischen Seljanovo und Pakovo für ein Arsenal bereit. Aus dem Küstenort wurde ein Standort für Wartung, Reparatur und Versorgung von Kriegsschiffen. Werkstätten und Ausbildung schufen spezialisierte Arbeitsplätze, die Tivats Entwicklung nachhaltig veränderten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete die Anlage als jugoslawischer Marinebetrieb unter dem Namen Sava Kovačević weiter. Schiffe und U-Boote wurden hier überholt, bis die militärische Nutzung endete. Ab 2006 entstand auf einem großen Teil des Geländes Porto Montenegro. Die heutige Marina übernahm damit nicht irgendeine freie Uferfläche, sondern einen industriell und militärisch geprägten Hafen.

Die Maritime Heritage Collection bewahrt Teile der Werftgeschichte

In einer ehemaligen Arsenalhalle zeigt die Maritime Heritage Collection Werkzeuge, Maschinen, Modelle, Fotografien und Ausrüstung aus der Seefahrts- und Werftgeschichte. Ein großer alter Hafenkran blieb als weithin sichtbares Zeichen des früheren Betriebs erhalten. Die Sammlung richtet den Blick auch auf die Beschäftigten, deren handwerkliche Arbeit hinter der Marinebasis stand.

Vor dem Museum liegt das U-Boot P-821 Heroj. Es wurde 1968 in Dienst gestellt und gehörte 23 Jahre lang zur jugoslawischen U-Bootflotte. Sein enger Innenraum macht den technischen und menschlichen Aufwand des Betriebs nachvollziehbar. Ein zweites kleines U-Boot ergänzt die Ausstellung.

Der Buća-Komplex erinnert an die Zeit vor dem Arsenal

Tivat bestand lange vor der Marinewerft aus verstreuten Küstensiedlungen und Landsitzen. Der befestigte Sommersitz der Familie Buća im Stadtzentrum geht im Kern auf das späte Mittelalter zurück. Wohnturm, Kapelle, Wirtschaftsgebäude und ummauerter Garten zeigen, wie Adelsfamilien aus Kotor die milde Bucht als ländlichen Aufenthaltsort nutzten.

Heute beherbergt der Komplex Museum und Galerie. Gemeinsam mit dem Großen Stadtpark, der ebenfalls in der Phase des Marinearsenals angelegt und mit Pflanzen von Schiffsreisen bereichert wurde, bildet er einen Gegenpol zur neuen Waterfront. Tivat lässt sich deshalb in drei Schichten lesen: als ältere Landschaft von Gütern und Dörfern, als mehr als hundertjähriger Werftort und als international ausgerichtetes Marinaquartier.

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