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Rijeka

Yachtliegeplätze im Handels- und Passagierhafen Rijeka

Rijeka ist kein geschlossener Yachthafen, sondern ein großer Handels-, Fähr- und Passagierhafen mit gesondert ausgewiesenen Yachtplätzen. Die Hafenbehörde veröffentlicht 76 nautische Liegeplätze an verschiedenen Kais und Pontons. Sie reichen von Plätzen für Boote bis 15 oder 20 Meter bis zu einzelnen Kaipositionen für Yachten bis 140 beziehungsweise 180 Meter.

Die zugewiesenen Yachtliegeplätze verfügen über Trinkwasser und Strom. Je nach Kai reichen die Anschlüsse von 16 Ampere bis zu Hochleistungsanschlüssen für Großyachten. Die Wassertiefen werden mit fünf bis neun Metern angegeben. Liegeplatz, Ansteuerung und erforderliche Lotsenunterstützung werden über die Hafenbehörde koordiniert; Anlegehilfe und Hafenverkehrsdienst arbeiten rund um die Uhr.

Videoüberwachung, Zugangskontrolle an Pontons, Feuerlöschsystem, Taucher- und Unterwasserdienst, Yacht­reinigung, Wäscherei, Catering, Taxi und Autovermietung gehören zum veröffentlichten Dienstleistungsangebot. Öl und Bootsabfälle können getrennt abgegeben werden. Allgemein zugängliche marinaeigene Sanitäranlagen mit Duschen werden in der technischen Übersicht dagegen nicht als einheitliche Leistung aller 76 Plätze genannt und müssen für den zugewiesenen Kai bestätigt werden.

Kraftstoff und Öl sind nach Angaben der Hafenbehörde rund um die Uhr verfügbar. Die Tankstelle ist jedoch Teil des weitläufigen Betriebshafens und nicht mit einer Zapfsäule an jedem Yachtkai gleichzusetzen. Zugang, Lieferform, Mindestmenge und Eignung für das jeweilige Boot sind vorab zu klären. Einen zentralen Travellift, Trockenliegeplatz oder klassischen Marina-Werftbetrieb weist die Yachtübersicht nicht aus.

Bitte kontaktieren Sie uns wenn Sie Fragen hinsichtlich der Verfügbarkeit haben!

Rijeka als Freihafen, Grenzstadt und Ort des Torpedos

Vom römischen Tarsattica zum Freihafen

Am rechten Ufer der Rječina lag das römische Tarsattica mit Befestigungen, Thermen und einem Stadttor. Der mittelalterliche Ort entwickelte sich zwischen Küste und Trsat-Hügel weiter. 1719 erklärte Kaiser Karl VI. Rijeka zum Freihafen. Damit begann der langfristige Aufstieg der geschützten Bucht zu einem Handelsplatz für das habsburgische Hinterland.

Ungarns Tor zum Meer

Nach dem kroatisch-ungarischen Ausgleich von 1868 kam Rijeka direkt unter ungarische Verwaltung. Neue Molen, Lagerhäuser und Bahnverbindungen machten den Hafen zum wichtigsten ungarischen Zugang zur Adria. Repräsentative Verwaltungs- und Geschäftsbauten am Ufer stammen aus dieser Phase schnellen Wachstums.

Der Torpedo aus Rijeka

Der Marineoffizier Ivan Luppis entwickelte die Idee einer fernlenkbaren Küstenverteidigungswaffe. Der britische Ingenieur Robert Whitehead verwandelte sie in einen selbstangetriebenen Unterwasserflugkörper, der 1866 in Rijeka erprobt wurde. 1875 entstand daraus R. Whitehead & Co., die erste Torpedofabrik der Welt; Lizenzen und Produkte gingen später an zahlreiche Marinen.

Eine Stadt mit wechselnden Grenzen

Nach 1918 wurde Rijeka zum Streitobjekt. Auf die Besetzung durch Gabriele D’Annunzio folgten der Freistaat Rijeka und 1924 der Anschluss an Italien. Die Rječina trennte Rijeka zeitweise vom jugoslawischen Sušak. Erst 1948 wurden beide Stadtteile zu einer gemeinsamen Stadt vereinigt.

Industriearchitektur am Wasser

Werften, Raffinerie, Papierfabrik, Hafenmagazine und Eisenbahn prägten Rijeka weit stärker als ein klassisches Seebad. Die erhaltene Torpedo-Abschussstation aus den 1930er-Jahren gehört zu diesem technischen Erbe. Sie diente dazu, Abschüsse von Schiffen und Flugzeugen zu simulieren, und erinnert an eine Industrie, die bis 1966 Torpedos produzierte.