Pula – Marina Veruda
Liegeplätze, Werftservice und Tankstelle der Marina Veruda
Die Marina Veruda erstreckt sich über rund 1,5 Kilometer am inneren Rand der tief eingeschnittenen Veruda-Bucht südlich von Pula. Der ganzjährig betriebene Hafen besitzt 630 Wasserliegeplätze an 19 Stegen für Yachten bis 40 Meter Länge und bis vier Meter Tiefgang. Zusätzlich nennt der Betreiber 250 Stellplätze an Land.
Alle Stege verfügen über Trinkwasser sowie Strom mit 220 oder 380 Volt. Fünf über das Gelände verteilte Sanitärgruppen umfassen Toiletten, Duschen und barrierefreie Einrichtungen; hinter dem zentralen Sanitärgebäude gibt es eine Entleerungsstelle für Chemietoiletten. WLAN, Wäscherei, bewachte Liegeplätze, Parkflächen und sechs Sammelstellen für Rest-, Wert- und gefährliche Bootsabfälle gehören zur Infrastruktur.
Rezeption und Marinapersonal organisieren Liegeplätze sowie Arbeitsaufträge. Im Gelände befinden sich Restaurant, Café, saisonaler Lebensmittelladen, Geschäft für Bootsausrüstung, Spielplatz, Grün- und Ruhebereiche, Pool und Tauchzentrum. Eine Bootstankstelle verkauft Diesel, Eurodiesel und Super 95; die veröffentlichte Wassertiefe an der Zapfstelle beträgt 2,5 Meter.
Der nautische Betrieb hebt und setzt Motorboote, Segelyachten und Katamarane bis 27 Tonnen und 2,9 Meter Tiefgang. Dafür stehen Kräne mit zehn und 30 Tonnen sowie Transportfahrzeuge bis 30 Tonnen bereit. Angeboten werden Hochdruckreinigung, Antifouling, Politur, Mastarbeiten und Lagerung; lizenzierte Partner übernehmen Motor-, Elektro-, Rumpf-, Deck-, Rigg- und Segelarbeiten. Hebetermine müssen mindestens eine Woche vorher vereinbart werden.
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Veruda, Festungsring und maritime Forschung
Eine Bucht vor den Toren der Stadt
Veruda bezeichnet zugleich die lange Bucht, eine südliche Stadtgegend von Pula und die vorgelagerte Insel Fratarski otok. Der Name erscheint bereits in Schriftquellen des 14. und 15. Jahrhunderts. Wegen ihrer geschützten Lage diente die Bucht lange als Fischerhafen, bevor Tehnomont Anfang der 1980er-Jahre mit dem Bau der heutigen Marina begann.
Fort Verudela
Auf der Halbinsel westlich der Bucht steht Fort Verudela. Die österreichisch-ungarische Marine ließ es zwischen 1881 und 1886 als Teil des äußeren Verteidigungsrings von Pula errichten. Steinblöcke, gemauerte und betonierte Gewölbe sowie ein direkt in den Fels geschnittener Graben zeigen den hohen technischen Aufwand. Die Anlage sollte Angriffe von See abfangen, bevor sie den Kriegshafen erreichten.
Vom Geschützstand zum Aquarium
Nach 1918 entfernte das italienische Militär Kanonen und weitere Metallteile. Später nutzten deutsche und jugoslawische Streitkräfte die Festung. Heute beherbergt sie das Aquarium Pula mit Ausstellungen zur Adria und zum Mittelmeer sowie einer Auffangstation für Meeresschildkröten. Seit 2008 ist das Fort als kroatisches Kulturgut geschützt.
Villen einer wachsenden Marinestadt
Der Ausbau des Kriegshafens veränderte auch die Wohngebiete südlich des alten Pula. Die 1903 nach Plänen von Johann Pokorni errichtete Villa Mendelein ist ein Beispiel für den Wiener Secessionsstil der damaligen städtischen Elite. Ihr turmartiger Aufbau, Terrassen und die erhaltene gusseiserne Einfriedung verbinden repräsentatives Wohnen mit der militärisch geprägten Entwicklung Verudelas.
Fratarski otok und die Hafeneinfahrt
Fratarski otok liegt als bewaldeter Bezugspunkt vor der Veruda-Bucht. Insel, Halbinsel und die schmale Einfahrt erklären die gute natürliche Abschirmung des inneren Beckens. Zugleich bleibt der äußere Bereich Teil einer offenen Küstenlandschaft, in der ehemalige Militäranlagen, Badeplätze, Fischerei und heutige maritime Nutzung eng nebeneinanderliegen.