Orebic – Orebic Hafen
Liegeplätze und Versorgung im Stadthafen Orebić
Der Hafen von Orebić liegt unmittelbar vor der Uferpromenade am Pelješac-Kanal. Er ist ein öffentlicher Stadt- und Verkehrshafen, keine abgeschlossene Marina. Fähren und Fahrgastschiffe, örtliche Boote und zeitweise Gastlieger teilen sich die Hafenflächen. Das Hafenamt unterhält seine Außenstelle in der Fiskovićeva 2.
Eine zentrale, verlässlich veröffentlichte Zahl der für Yachten verfügbaren Gastplätze gibt es nicht. Ein Liegeplatz muss vom zuständigen Hafenpersonal zugewiesen werden und kann je nach Fährbetrieb und lokaler Belegung wechseln. Deshalb lassen sich weder eine einheitliche maximale Bootslänge noch eine für alle Hafenabschnitte geltende Wassertiefe seriös angeben.
Wasser und Strom sind nicht als garantierte Versorgung an jedem möglichen Gastplatz dokumentiert. Wer darauf angewiesen ist, muss beides bei der Liegeplatzanfrage ausdrücklich bestätigen lassen. Dasselbe gilt für Sanitäranlagen: Einrichtungen im Ort sind nicht automatisch Hafensanitärräume, und eine Marina-Rezeption mit Duschen und Toiletten ist für den Stadthafen nicht veröffentlicht.
Der Hafen besitzt keine ausgewiesene Yachtwerft. Kran, Travellift, Trockenliegeplatz und Reparaturwerkstatt dürfen daher nicht vorausgesetzt werden. Geschäfte, Gastronomie und weitere Ortsangebote liegen hinter der Promenade, sind aber von den eigentlichen Hafenleistungen zu unterscheiden.
Eine Bootstankstelle ist für den Stadthafen Orebić nicht offiziell ausgewiesen. Die Tankstelle an Land ist kein Beleg für eine Zapfsäule am Wasser. Vor der Anreise sollte die nächste nutzbare Tankstelle für Boote mitsamt Öffnungszeiten und angebotenen Kraftstoffsorten aktuell geklärt werden.
Bitte kontaktieren Sie uns wenn Sie Fragen hinsichtlich der Verfügbarkeit haben!
Anreise und Einkaufen
Supermärkte in der Nähe
Orebić und die Kapitäne von Pelješac
Ein Ort, der vom Fernhandel geprägt wurde
Orebić entwickelte sich am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Gebiet der Republik Ragusa. Seit dem 17. Jahrhundert bildeten Schiffe von der Halbinsel Pelješac einen bedeutenden Teil der ragusanischen Handelsflotte. Reeder- und Kapitänsfamilien beteiligten sich gemeinsam an großen Segelschiffen und investierten die Erträge ihrer Reisen in Häuser entlang der Küste.
Viele dieser Kapitänshäuser besitzen ummauerte Gärten. Darin wachsen neben mediterranen Pflanzen auch Arten, die Seeleute von ihren Fahrten mitbrachten. Die Architektur und die teils exotische Vegetation machen die internationale Geschichte des Ortes noch heute im Straßenbild sichtbar.
Schifffahrtsgesellschaft und Werft
1865 entstand in Orebić die Pelješac-Schifffahrtsgesellschaft. In der Blütezeit der Segelschifffahrt lebten in der Region nach Angaben der örtlichen Tourismusorganisation rund 2.000 Seeleute und 250 Kapitäne; zur Flotte gehörten bis zu 90 Segelschiffe. 1875 wurde die Werft Archiduca Rudolfo eröffnet. Sie war hauptsächlich für Reparaturen bestimmt, baute während ihrer dreizehnjährigen Tätigkeit aber auch drei große Segelschiffe.
Der Wechsel zur Dampfschifffahrt entzog diesem Geschäftsmodell seine Grundlage. Der Name Škvar für den früheren Werftbereich und erhaltene Bauteile erinnern weiterhin an den kurzen Industriebetrieb.
Das Schifffahrtsmuseum
Das Pomorski muzej bewahrt Seekarten, nautische Bücher, Schiffswerkzeuge, Waffen, Porträts und Gemälde der Orebićer Segler. Dokumentiert sind dort unter anderem 33 transatlantische Schiffe. Eine besondere Episode betrifft Kapitän Jozo Šunj: Er erhielt von US-Präsident Abraham Lincoln eine goldene Taschenuhr, nachdem er vor Neufundland 22 amerikanische Seeleute gerettet hatte.
Zur archäologischen Sammlung gehören Funde von der kleinen Insel Majsan, die von der Antike bis ins 11. Jahrhundert reichen. Oberhalb von Orebić steht außerdem das Franziskanerkloster Gospa od Anđela. Seine Votivbilder erinnern an Seeleute, die für eine glückliche Heimkehr dankten; von der Höhe blickt man über den Pelješac-Kanal nach Korčula.