Türkische Ägäis · 7 Tage · Rundtörn ab Orhaniye
Dorfleben und Küche im Hisarönü-Golf
Diese einwöchige Runde verbindet rund 99 direkte Seemeilen mit den Dörfern der Bozburun-Halbinsel. Selimiye, Holzbootsbau in Bozburun, Palamutbüküs offene Küste, Datça und eine Nacht in Bencik geben jedem Tag einen eigenen Charakter.
Tag 1 · Samstag
Orhaniye → Keçi Bükü
Nach einer gründlichen Übergabe führt die freiwillige kurze Etappe durch das geschützte Ausgangsbecken zu einem ruhigen ersten Abend nahe Kızkumu.
Der erste Törntag beginnt mit einer gründlichen Übergabe
Martı Marina ist die Charterbasis dieser Reise. Der Betreiber nennt 380 Wasser- und 100 Landliegeplätze, Mooringservice, Wasser und Strom in verschiedenen Anschlussstärken, Kraftstoff, Sanitäranlagen, Wäscherei, Markt, WLAN, Geldautomat und technische Dienste bis zum 60-Tonnen-Lift. Für die Crew zählt bei der Übernahme trotzdem zuerst die konkrete Basisanweisung: Sicherheitsausrüstung, Motor, Anker, Beiboot und bekannte Besonderheiten der Yacht werden gemeinsam geprüft.
Die geplante Fahrt nach Keçi Bükü misst nur rund 2,6 direkte Seemeilen und bleibt freiwillig. Erst wenn Proviant verstaut, alle Einweisungen abgeschlossen und die Yacht ohne offene Frage übernommen ist, lohnt der kleine Ortswechsel. Bei später Ankunft bleibt sie in der Marina. Selimiye ist am nächsten Morgen auch von dort ohne langen Umweg erreichbar.
Keçi Bükü ist die große Bucht, in der Orhaniye seinen Schutz findet
Orhaniye liegt tief im Hisarönü-Golf. Die langgezogene, bewaldete Bucht Keçi Bükü schirmt den Ort zusätzlich ab; Martı Marina liegt an ihrem südlichen Ufer. Der kurze Schlag führt deshalb nicht hinaus an eine fremde Küste, sondern öffnet den Blick auf das eigene Ausgangsbecken. Für eine neue Crew ist das eine ruhige erste Fahrt mit einem nahen Abendziel.
Je nach Platzwahl bleibt die Yacht an einem bestätigten Steg, einer Mooring oder einem geeigneten Ankerplatz. Tiefe, Grund, Schwojraum und mögliche Landfesten werden in der aktuellen Karte und vor Ort beurteilt. Eine stille Wasserfläche kann durch Fallböen aus den Hängen belebt werden. Wer in der Marina bleibt, nutzt stattdessen deren Versorgung und Komfort und verliert dadurch keinen wesentlichen Teil der Reise.
Kızkumu legt einen schmalen Weg mitten ins Wasser
Am inneren Ufer von Orhaniye zieht sich der Sandriegel Kızkumu weit in die Bucht. Das flache Wasser lässt Besucher scheinbar über das Meer laufen. Die natürliche Formation entstand aus abgelagertem Material und gehört zu den unverwechselbaren Landschaftsbildern des Hisarönü-Golfs. Vom Cockpit ist gut zu erkennen, wie schmal der nutzbare Wasserraum an dieser Stelle wird.
Mit Kızkumu wird die Legende einer jungen Frau verbunden, die vor Verfolgern über das Wasser fliehen wollte und Sand in ihrem Kleid ausstreute. Als der Sand ausging, soll das Meer sie verschlungen haben. Das ist lokale Erzählung, keine historische Nachricht. Gerade als Legende passt sie jedoch zu einem Ort, an dem der Boden unter der Wasseroberfläche tatsächlich wie ein angefangener Weg wirkt.
Der erste Abend gehört der Yacht und einem kleinen Dorf
Nach dem Festmachen werden nur die Dinge erledigt, die den nächsten Morgen leichter machen: Kühlfächer sinnvoll einräumen, Trinkwasser verteilen, Ladepunkte klären und die Leinen noch einmal ansehen. Ein Spaziergang am Ufer oder zu Kızkumu reicht als Landprogramm. Orhaniye ist kein Ort, den man mit einer Liste von Sehenswürdigkeiten abarbeiten muss.
Zum Essen passen Meze, Salat, Gemüse, Fisch oder ein einfaches Gericht an Bord. Tagesfang wird nach Art, Gewicht und Preis bestellt. Wer Şakşuka vorbereitet, hat zugleich ein kaltes Mittagessen für den nächsten Segeltag. Der Blick über die fast geschlossene Bucht ist der eigentliche Auftakt: Wald, flaches Ufer und verstreute Stege ersetzen die Geräuschkulisse einer großen Stadtmarina.
Ein kurzer Probeschlag zeigt mehr als eine lange Checkliste
Auf wenigen Meilen fallen ungewöhnliche Motorgeräusche, ein schwergängiges Fall oder eine unklare Instrumentenanzeige schnell auf. Solche Beobachtungen werden notiert und bei Bedarf noch am selben Abend an die Basis gemeldet. Die Strecke ist aber keine technische Prüfung. Sie gibt der Crew vor allem Gelegenheit, Rollen beim Ablegen, Fenderarbeit und Kommunikation ohne Zeitdruck zu finden.
Nach dem Anlegen bleibt die Sicherheitsausrüstung zugänglich und das Deck aufgeräumt. Taschen verschwinden aus den Laufwegen, während Leinen und Fender für den nächsten Morgen bereitbleiben. Ein gelungener erster Tag wird nicht an den gefahrenen Seemeilen gemessen. Er endet damit, dass alle wissen, wo die wichtigen Dinge liegen und sich auf Selimiye freuen.
Morgen führt der Kurs über einen möglichen Badestopp in Bencik nach Selimiye
Die direkte Planungslinie über Bencik nach Selimiye misst rund 13,5 Seemeilen. Bencik eignet sich bei passendem Wind und freiem Ankerraum für ein Bad oder spätes Frühstück. Der Besuch bleibt kurz, denn dieselbe Bucht ist am sechsten Tag als Übernachtungsplatz vorgesehen und wird dann ausführlicher erkundet.
Vor dem Ablegen werden Wetter außerhalb von Keçi Bükü und ein Platz in Selimiye geprüft. Restaurantstege können ihre Liegeplätze an ein Abendessen binden; Mooring, Wasser, Strom und Preis werden daher konkret vereinbart. Wer die erste Nacht in Martı verbracht hat, startet von derselben Basis und übernimmt die Tagesroute ohne Umweg.
Der vollständige Törnplan ist für Charterberater-Kunden verfügbar
Charterberater-Kunden erhalten diese sorgfältig aufbereiteten Törnvorschläge kostenfrei, einschließlich aller Etappen, Häfen, Restaurant- und Liegeplatzempfehlungen sowie einer druckbaren PDF. Wenn wir Sie nach einer qualifizierten Anfrage bereits als Kunden angelegt haben, können Sie sich mit Ihrer bei uns hinterlegten E-Mail-Adresse einloggen oder einmalig registrieren.
Einloggen oder Zugang registrieren