Pagasitischer Golf · Süd-Pilion · 7 Tage
Rund um Trikeri ab Volos
Diese Wochenrunde verbindet die geschützte Innenseite des Pagasitischen Golfs mit der äußeren Küste des Süd-Pilion. Die Crew legt dabei gut 97 Seemeilen zurück und besucht kleine Fischerhäfen, einsame Buchten und die autofreie Insel Palio Trikeri.
Tag 1 · Samstag
Volos → Kato Gatzea
Wenn Übergabe und Proviantierung rechtzeitig abgeschlossen sind, erreicht die Yacht nach gut neun Seemeilen Kato Gatzea; andernfalls bleibt sie für die erste Nacht in Volos.
Ob die Yacht noch ablegt, entscheidet sich nach der Übergabe
Volos ist Handelshafen, Fährstadt und Charterbasis zugleich. Die reguläre Yachtübergabe beginnt am späten Nachmittag. Vertrag, Inventar, dokumentierte Schäden, Proviant und die Einweisung in Motor, Kühlwasser, Batterien, Gas, Toiletten, Funkgerät, Ankerwinsch und Reffsystem brauchen deshalb Vorrang vor der ersten Etappe.
Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, entscheidet die Crew über Kato Gatzea. Für die gut neun Seemeilen müssen Hafenausfahrt, Fahrt, Anlegemanöver und genügend Tageslicht eingeplant werden. Bleibt nicht ausreichend Zeit oder passt das Wetter nicht, verbringt die Crew die erste Nacht an der Basis in Volos.
Das ist kein Grund für ein hastiges Ablegen. Die Yacht wird am Steg in Ruhe eingeräumt, mindestens zwei Personen lernen Start und Stopp des Motors, und jedes Crewmitglied kennt Rettungsmittel und Seeventile. Am nächsten Morgen kann Kato Gatzea mit einer ausgeschlafenen Crew angelaufen werden.
Jason brach der Sage nach von Iolkos auf
Das antike Iolkos lag im Gebiet des heutigen Volos. Hier verortet die Überlieferung König Pelias und Jason, der mit der Argo zum Schwarzen Meer aufbrach, um das Goldene Vlies zu holen. Zur Mannschaft der Argonauten gehörten zahlreiche Helden der griechischen Mythologie. Der Mythos ist in Volos bis heute eng mit der Lage der Stadt am Meer verbunden.
Für die Chartercrew bleibt die Argo eine Geschichte für den Landgang. Beim eigenen Ablegen zählen ein klarer Hafenplan, verteilte Aufgaben und verständliche Kommandos. Fragen werden vor dem Manöver geklärt; währenddessen führt eine Person das Kommando.
Nach gut neun Seemeilen erreicht die Yacht Kato Gatzea
Nach dem Ablegen bleibt der Kurs zunächst in der weiten Bucht von Volos. Berufsschiffe, Fähren, Fischer und kleinere Fahrzeuge nutzen dasselbe Wasser; die Crew hält deshalb Ausguck und lässt die Hafenausfahrt vollständig hinter sich, bevor Segel gesetzt werden. Am Ostufer zieht der Pilion näher. Die dicht bewachsenen Hänge reichen bis zu kleinen Siedlungen, Olivenhainen und schmalen Uferstreifen.
Die Etappe ist lang genug, um Ruder, Instrumente und Kommunikation kennenzulernen, ohne aus dem ersten Nachmittag einen Übungsparcours zu machen. Unterwegs werden Fender und Leinen für Kato Gatzea vorbereitet. So lernt die Crew die Handhabung der Yacht kennen, bevor das erste Anlegemanöver beginnt.
Kato Gatzea ist Küstenort und kein ausgestatteter Yachthafen
Kato Gatzea liegt direkt am Wasser, mit niedrigen Häusern, Tavernen und kleinen Booten vor der grünen Bergflanke. Der Hafen ist überschaubar und wird von örtlichen Fahrzeugen genutzt. Freie Kaimeter sind daher nicht automatisch Gastplätze. Tiefe, Belegung, Leinenführung und Schutz werden anhand aktueller Unterlagen und der Situation vor Ort beurteilt; bei unpassender Lage bleibt ein geeigneter Ankerplatz in der Umgebung die Alternative.
Wasser und Strom gelten erst als vorhanden, wenn sie am konkreten Platz funktionieren. Die Crew kommt mit gefüllten Tanks und vollständigem Proviant aus Volos. Nach dem Festmachen genügen ein Abendessen und ein kurzer Spaziergang; weitere Versorgung wird für diesen Abend nicht eingeplant.
Die Pilionbahn fährt auf 60 Zentimetern Spurweite
Die historische Pilionbahn wurde zwischen 1894 und 1903 gebaut und verband Volos mit den Dörfern am Berg. Ihre Spurweite beträgt nur 60 Zentimeter. Evaristo de Chirico leitete den Bau; sein Sohn Giorgio, später ein bedeutender Maler, wuchs in Volos auf und griff Eisenbahnen, Plätze und rätselhafte Architektur immer wieder in seinen Bildern auf. Die Strecke half damals, Menschen und Waren aus den Bergdörfern zum Hafen zu bringen.
Der heutige Museumszug fährt auf dem oberen Abschnitt zwischen Ano Lechonia und Milies und hält in Ano Gatzea. Kato Gatzea liegt unten am Meer und ist nicht mit dem aktuellen Haltepunkt zu verwechseln. Die Trasse zeigt, wie die schmalspurige Bahn das gebirgige Hinterland mit der Küste verband.
Nach dem Festmachen werden die Abläufe für den nächsten Tag geklärt
Nach dem Festmachen werden nasse Sachen, Schuhe und Taschen so geordnet, dass Niedergang und Cockpit frei bleiben. Ein kurzer Blick auf Leinen, Fender und Nachbarboote gehört dazu, bevor das Abendessen beginnt. Kleine Missverständnisse bei Kommandos lassen sich jetzt freundlich klären. Am nächsten Morgen kennt jeder seinen Platz, ohne dass daraus ein starres Wachsystem werden muss.
Bis Milina sind es am Sonntag knapp elf Seemeilen. Ein früher Aufbruch ist nicht nötig. Nach Frühstück und Wetterkontrolle werden lose Dinge verstaut und der vorgesehene Platz in Vathoudi Bay geprüft. Danach legt die Crew ohne Zeitdruck ab.
Der vollständige Törnplan ist für Charterberater-Kunden verfügbar
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